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Solarthermie - Häufige Fragen
Wie
funktioniert eine solarthermische Anlage?

Eine gängige Solar-Anlage besteht
aus dem Kollektorfeld auf dem Dach, dem Solarspeicher
mit zwei eingebauten Wärmetauschern und einer Pumpe
mit Sicherheitsgruppe. Diese Komponenten sind durch
Rohre miteinander verbunden und stellen den Solarkreislauf
dar.
Der übliche Flachkollektor besteht aus einem speziell
beschichteten Kupferblech und darin eingepressten Kupferrohren,
in denen die Solarflüssigkeit zirkuliert.
Treffen Sonnenstrahlen auf den Kollektor, dann geben
sie fast 80% ihrer Energie an den Absorber ab. Die erwärmte
Solarflüssigkeit wird mit einer Umwälzpumpe
in den unteren Wärmetauscher des Speichers gepumpt.
Dort gibt sie ihre Wärme an das kalte Brauchwasser
im Speicher wieder ab. Das Brauchwasser erwärmt
sich dadurch, steigt im Speicher nach oben und kann
dann zum Duschen, Baden und im gesamten Haushalt verwendet
werden.
Im Kollektor und im Wärmespeicher sind Themperaturfühler
eingebaut. Ein Temperaturdifferenz-Regler setzt die
Pumpe im Solarkreis nur dann in Gang, wenn die Kollektortemperatur
über der unteren Speichertemperatur liegt.
Welche
Voraussetzungen muss mein Haus erfüllen?
Wenn Sie Ihre Anlage auf dem Dach
planen, ist eine Exposition zwischen Südwest und
Südost günstig. Selbstverständlich sind
auch West- und Ostdächer mit Dachneigungen bis
zu 35° gut geeignet.
Mindestdachfläche:
Bei thermischen Solaranlagen sollten Sie eine unbeschattete
zusammenhängende Dachfläche von mindestens
5m² haben. Das heißt, diese Fläche
wird nicht durch Kamin, Dachfenster oder Entlüftungsschächte
unterbrochen.
Statik / Tragfläche:
Normalerweise können Sie auf
Ihrem Dach problemlos eine Solaranlage anbringen lassen.
Erfahrungsgemäß stellt eine solarthermische
Anlage für ein Gebäude kein statisches Problem
dar. Das zusätzliche Gewicht können wir Ihnen
je nach Größe der geplanten Anlage berechnen.
Bei großen Hallen und Industriedächern empfehlen
wir jedoch eine statische Berechnung.
Wann lohnt
sich eine Solaranlage?
Viele denken, dass Solaranlagen nur
funktionieren, wenn die Sonne lacht. Ein Irrtum. Die
jährliche Sonneneinstrahlung in Deutschland ist
etwa 80-mal so groß, wie der derzeitige bundesweite
Energiebedarf.
Die Strahlen des glühenden Kraftwerks Sonne bahnen
sich auch bei getrübten Himmel ihren Weg, wenn
auch nicht mit der gleichen Intensität. In Deutschland
liegt die durchschnittliche Sonneneinstrahlung bei ca.
1.000 kWh/qm. Das entspricht dem Energiegehalt von rund
100 Litern Öl. Genügend, um Solaranlagen effizient
zu betreiben.
Rund 60 Prozent des Warmwasserbedarfs eines deutschen
Haushaltes können mit einer fünf bis sechs
Quadratmeter großen Solarwärmeanlage gedeckt
werden.
Wann
ist der beste Zeitpunkt zum Einbau einer Solaranlage?
Der Einbau ist prinzipiell immer
möglich. Auch im Winter können Anlagen in
Betrieb gehen. Als Voraussetzung für die Installation
muss das Dach eisfrei und trocken sein.
Wenn an Ihrem Gebäude gerade gebaut oder saniert
wird bzw. Sie Ihren Warmwasserspeicher erneuern, ist
der Anschluss einer Solaranlage besonders einfach.
Wenn sie noch in der Planung Ihres Dachs oder Neubedachung
sind, dann können Sie zwischen indach-Komponenten
(die Module sind gleichzeitig Dach) oder aufdach-Komponenten
wählen.
Wird
mein kompletter Warmwasserbedarf gedeckt?
Ihr Warmwasserverbrauch ist
der wichtigste Parameter zur Auslegung der Solaranlage.
Daher ist eine möglichst realistische Berechnung
Ihres Verbrauchs die Vorraussetzung für eine effiziente
Anlage. Haushaltsgeräte, wie Waschmaschinen und
Geschirrspüler, sofern sie über einen Warmwasseranschluss
verfügen, können beim Verbrauch wie eine viertel
bis halbe Person gerechnet werden, je nach Sparsamkeit
des Geräts.
Auch Geräte ohne direkten Warmwasser-Anschluß
können durch ein entsprechendes Vorschaltgerät
nachgerüstet werden.
Wieviel
Warmwasser kann eine thermische Solaranlage liefern?
Eine SonnenWärme-Anlage mit
vier Quadratmetern Kollektorfläche kann bereits
bis zu 65 Prozent des Warmwasserbedarfs eines Vier-Personenhaushaltes
für Bad, Küche und Waschmaschine decken.
Sie wollen zusätzlich solare Raumheizung?
Sonnenwärme-Anlagen zur Raumheizung haben eine
größere Kollektorfläche und benötigen
einen speziellen Speicher. Sie lassen sich problemlos
in jedes gängige Heizungssystem integrieren und
sparen je nach Dämmung des Gebäudes zwischen
20-80 Prozent Ihrer Heizkosten.
Kann eine
Solaranlage auch heizen?
Sie können mit der thermischen
Solaranlage neben der Brauchwasser-Erwärmung auch
ihre Heizung unterstützen.
Solarsysteme zur Heizungsunterstützung arbeiten
im Prinzip genauso wie Anlagen zur Trinkwassererwärmung.
In aller Regel werden sie gleichzeitig zur Brauchwassererwärmung
und zur Erzeugung von Heizwärme eingesetzt. In
diesem Fall werden Kollektorflächen und Speicher
zusätzlich an das Heizungssystem angeschlossen.
Ziel ist, das Wasser für den Heizkreis solar zu
erwärmen oder zumindest vorzuwärmen und so
Heizenergie einzusparen. Allerdings steht nun der größte
Teil der Solarwärme im Sommer zur Verfügung,
während die Heizwärme hauptsächlich im
Winter benötigt wird. In den Übergangszeiten
oder an klaren Wintertagen mit hoher Sonneneinstrahlung
kann eine Solaranlage dennoch einen Beitrag zur Heizungsunterstützung
leisten und vorallem die Heizperiode verkürzen.
Wie wird
eine Solaranlage montiert?
Solarkollektoren sowie die Leitungen
und Wärmespeicher lassen sich fast überall
problemlos installieren. Sie können auf fertige
Dächer oder Fassaden aufgesetzt oder von vornherein
integriert werden. Beim Eigenheimbau erwartet den Verbraucher
kein Mehraufwand. Die Nachrüstung ist in der Regel
ohne große Umbauarbeiten möglich.
In der Regel dauert die Montage nicht länger als
zwei oder drei Arbeitstage.
Brauche
ich eine Baugenehmigung?
Solarkollektoren sind bauliche Anlagen
im Sinne des Baurechts.
Im Prinzip ist ein Großteil der Solaranlagen genehmigungsfrei,
es gibt aber unterschiedliche Regelungen in den einzelnen
Bundesländern.
In Bayern sind Kollektoren in der Dachfläche, in
der Fassade oder auf Flachdächern genehmigungsfrei;
im übrigen bis zu einer Fläche von 9qm (Art.63
Abs. 1 Nr. 2c BayBO).
Wie
hoch ist die Lebensdauer einer Solaranlage?
Qualitativ hochwertige Solaranlagen
können bis zu 30 Jahre Wärme produzieren.
Die elektronischen Komponenten werden mit einer Lebensdauer
von ca. 20 Jahren veranschlagt.
Wann hat
sich die Anschaffung der Solaranlage rentiert?
Abhängig vom Warmwasserverbrauch,
dem Energiepreis sowie den Heizgewohnheiten des Haushaltes
ergeben sich verschiedene Zeiträume in denen sich
die Solaranlage rentiert hat.
In einem Vier-Personen-Haushalt kann eine 60% Deckung
des Trinkwarmwasserbedarfs, bei Heizungsunterstützung
kann eine 30% Deckung des Heizwärmebedarfs erreicht
werden.
Da die Amortisation sehr stark von der künftigen
Energiepreisentwicklung abhängt, wäre eine
Zeitangabe spekulativ. Aus diesem Grund verzichten wir
an dieser Stelle auf Prognosen.
Wieviel
kostet eine Solaranlage?
Zur groben Orientierung: Solaranlagen
zur Brauchwassererwärmung für einen Vier-Personen-Haushalt
sind je nach Ausführung für 4.000- 6.000 Euro
inkl. Montage erhältlich. Wer neben Warmwasser
auch seine Öl- oder Gasheizung entlasten möchte,
sollte mit weiteren 3.000-5.000 Euro rechnen.
Welche
Wartungs- und Betriebskosten entstehen?
Aufgrund der verschiedenen Größen
und Modelle der Anlagen, können wir keinen festen
Betrag angeben. Gerne nennen wir Ihnen die ungefähren
Wartungs- und Betriebskosten angepasst an die Anlage,
die auf Ihre Bedürfnisse zugeschneidert ist. Dazu
bitten wir Sie mit uns telefonisch oder per E-mail Kontakt
aufzunehmen.
Welche
Förderungen gibt es zur Zeit?
Siehe
unter Förderungen.
Stimmt
es, dass die Herstellung des Solarkollektors mehr Energie
verbraucht, als sie in ihrer Lebenszeit erwirtschaften
kann (energetische Amortisationszeit)?
Dieses Gerücht hält sich
leider sehr beständig. Tatsächlich liegt die
energetische Amortisation von thermischen Solaranlagen
je nach Bauweise und Ertrag zwischen 1,2 und 2,5 Jahren.
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